Schottland zeigt uns sein schönstes Gesicht
Wir machen es kurz: 7.30 Uhr aufgestanden, 8 Uhr gefrühstückt, Sachen gepackt, Schuhe angezogen, im Supermarkt Essen gekauft und um 10 Uhr sind wir auf Tour gegangen. 10.15 Uhr Sonnenbrillen rausgeholt, 10.30 Uhr Jacken ausgezogen. Mit Sonnencreme hatten wir uns schon vorher eingecremt, es war klar, dass die Sonne rauskommen würde. Lediglich das „wann“ war etwas unklar. Es passte uns aber ganz gut in den Kram.
Die Route führte aus dem Ort Crail heraus, an einem Wohntrailerpark vorbei. Der Weg war perfekt ausgebaut. Ich sagte noch „das wird sicherlich eine langweilige Tour“, doch ich sollte mich schwer täuschen. Es dauerte gar nicht so lange und der perfekt präparierte Weg hörte auf. Ab dann wurde es richtig anspruchsvoll. Heute war ein Tag, an dem man daran erinnert wurde, warum man diese schweren Wanderschuhe eingepackt hatte. Es ging den ganzen Tag durch recht unwegsames Gelände. Diverse Hinweisschilder wiesen uns darauf hin. Über Stock und Stein, am Strand entlang … einige „Wege“ waren nur begehbar, weil das Wasser weg war. Wir hatten Ebbe, wie jeden Morgen. Es war nicht einfach, sich durch das von der Flut angespülte Material zu kämpfen. Von Algen bis Müll war alles dabei. Ganz Klasse! Auf der Karte wurde diese „Schwachstelle“ des Weges angekündigt. Was aber noch spannender war: es wurde eine zweite derartige Stelle am Weg angekündigt. Kurz vor unserem Ziel St. Andrews. Es war uns ziemlich klar, dass wir dort erst sein würden, wenn die Flut voll da war! Gespannt, was da auf uns zukommt, setzten wir unseren Weg fort.
Es war inzwischen sehr warm geworden. Der Weg wurde immer anstrengender. Ständig ging es bis ganz rauf auf die Klippen, um dann einige Zeit später wieder runter bis auf Meereshöhe zu müssen. Dazu ein Weg voller Stolperfallen. Es war wirklich nicht leicht heute.
Zum MIttagessen um ca. 12.30 Uhr fanden wir eine schöne Tisch-Bank-Kombination, mit Blick aufs Meer. Toll. Der Wind hielt sich in Grenzen, hier konnten wir unser Sandwich, die mini-klitzekleinen-es-ist-wirklich-nicht-mehr-drin-als-32.5 Gramm-Tütchen Chips und die beiden 12.5 Gramm weisse Schokoladeriegelchen, aus dem Einzel-Offenverkauf!, verspeisen. Köstlich! Wir sassen, assen und genossen die Sonne.
Um 13.15 Uhr zogen wir weiter. Bergauf, bergab, über Stein und Geröll und durch Sand. Um 15 Uhr mussten wir eine Zvieri-Pause beim Buddo-Rock einlegen. Hier mussten die anderen (nicht weiter zu erwähnenden) Süssigkeiten dran glauben. Das war schliesslich Wegzehrung und da heute der letzte Wandertag war, musste das Zeug weg! Diese Pause war aber nicht wirklich lang. Wir hatten erst 16.5 km hinter uns, es lag also noch eine Menge vor uns.
Steinespringen, Felsenklettern… irgendwann fingen die Oberschenkel an zu brennen. Und dann kam sie, die Stelle die nur bei Ebbe zu durchlaufen war. Hm, da war definitiv kein Durchkommen. Durchs Wasser konnten wir nicht, blieb uns also nur der Weg über die Felsen nach oben. Diesen Weg hatten schon andere genommen, man konnte einen leichten Trampelpfad erkennen. Der Weg war nicht sehr breit, es ging steil nach unten und es war rutschig,. Der gestrige Regen hat seinen Anteil dazu beigetragen. Tja, was soll ich lange herum reden: Ihr kennt den Film Cliffhanger? Alles Anfänger! So, das musste mal wirklich gesagt werden.
Nun denn, um ca. 17.23 Uhr (oder 17.25 Uhr) sind wir – ziemlich abgekämpft – an unserem B&B angekommen. Es war ein sehr sportlicher letzter Wandertag und wir freuten uns riesig auf eine warme Dusche. Der Weg war zwar streng, aber Schottland hat uns heute mit Sonne und toller Landschaft verwöhnt. Ein insgesamt perfekter Tag.
Wir sind heute ziemlich genau 24 km gelaufen, haben (wie immer) viel zu wenig getrunken, ca. 2000 kcal verbrannt (zumindest behauptet die App das) und gönnen uns jetzt einen Burger mit Pommes. Das liegt nach diesem Tag drin!
Morgen sind wir fit für die Fahrt nach Edinburgh.
Liebe Grüsse und bis Morgen!?
Katarina + Anja
